Schriftgut – eine Nachbetrachtung

die erste Dresdner Literaturmesse neigt sich ihrem ende entgegen – doch kein grund zum traurig sein: nach einem sehr erfolgreichen start steht der termin für das kommende jahr schon fest, so dass es für die veranstalter heißt: nach der messe ist vor der messe.

für mich, die die messe am samstag besucht hat, gab es mehrere highlights in ganz verschiedener hinsicht.

zuerst zu nennen ist natürlich die podiumsdiskussion der Dresdner Literaturner zum thema »Schreiben – ein einsames Handwerk?«, in welcher die arbeit von autorengruppen, vereinen und onlineforen beleuchtet wurde. unter der leitung von Yvonne Schönlein, der vizevorsitzenden des Dresdner Literaturner e.V., diskutierten Rolf Bergmann und Willi Hetze die aktuellen veränderungen der schriftstellerischen arbeitsweise, die sich durch die zunehmende digitalisierung ergeben.

bei einem anschließenden besuch am gut frequentierten stand des Dresdner Buchverlags, der auch den ersten erzählband der Dresdner Literaturner herausbrachte, eröfffnete sich sogleich ein weiterer höhepunkt, der besonders mich als Sherlock Holmes fan begeisterte: der erste roman, »A Study in Scarlet«, um die bekannte und beliebte figur von Sir Arthur Conan Doyle wurde neu übersetzt und in einer auf 1000 stück limitierten mit seriennummer versehenen edition veröffentlicht. erschienen ist band bei Zwiebooks, und wie der name der tochtersektion des Dresdner Bucheverlags bereits erahnen lässt, ist das besondere an dem buch seine ›doppelseitigkeit‹: zum einen natürlich der englische original text, zum anderen (quasi über kopf!) die übersetzte version nach Vivien Ernst, die zusätzlich mit kommentaren in den fußnoten versehen ist, wenn gewisse dinge der erklärung bedürfen, wie etwa das damals übliche englische banknotensystem (an dem ich beim lesen des originaltexts früher immer verzweifelt bin und für eine knappe erläuterung dankbar gewesen wäre). abgerundet wird das ganze durch ein dynamisches lesebändchen, in welches die seriennummer imprägniert ist (und bevor sich potentielle käufer hoffnungen machen, die begehrte nummer 221 ist bereites der Sherlock Holmes Gesellschaft vermacht (;) das frontcover der englischen ›hälfte‹ des buches zeigt eine holzpfeife, wie man sie von Sherlock kennt, der gern mal eine raucht, wenn er sich mit einem problem beschäftigt. das ›rück-cover‹ ziert ein fingerabdruck, sozusagen als fingerzeig auf das bevorstehende abenteuer des Dedektives und seines Chronisten Doktor Watson. aufgrund der außergewöhnlichen ›zweiköpfigkeit‹ ist das buch handgebunden, was seinen preis von 34,90 € allemal rechtfertigt. über den inhalt muss sicher nichts mehr gesagt werden. die erste auflage erschien erst jüngst im November dieses jahres. Sherlock Holmes fans sollten sich auf jeden fall ein exemplar für ihren bücherschrank sichern! (ISBN: 978-3-943451-02-3)

zu guter letzt besuchte ich den poetry slam, der den samstag abend abrundete. mir wurde empfohlen, ihn keinesfalls zu verpassen und ich wurde nicht enttäuscht. 8 junge poeten traten in zwei runden gegeneinander an, ehe sich die vier besten nochmals im finale begegneten. am ende gewann auch mein persönlicher favorit, ein junger mann (dessen namen mir, wie ich gestehen muss, leider entfallen ist …), der in der ersten runde das publikum mit einem text über seine “kleine nerd-freundin” überzeugte und schließlich mit seinem zweiten text, einem aufzählungstext, der in der aufforderung gipfelte, seine zeit zu nutzen und nicht zu verträumen, den sieg errang.

abschließend halte ich fest, dass dieser samstag ein gelungener messetag war – die anreise aus Leipzig hat sich in jedem fall gelohnt. nun sind die erwartungen für das kommende jahr hoch gesteckt!

Irgendwo … wartet etwas Wunderbares darauf, entdeckt zu werden.

heute wäre Carl Sagan 78 jahre alt geworden. um seinen geburtstag würdig zu feiern, schaut mal wieder eine Cosmos-episode, lest in seinen büchern oder hört euch das eine oder andere lied der Symphony of Science an, die ausschnitte aus Carls vorträgen wundervoll gesampelt hat.

Carl Sagan hätte sicher seine freude an der technischen und wissenschaftlichen entwicklung gehabt, die seit 1996, seinem todesjahr, enorm voranstrebte. Er selbst bezeichnete die wissenschaft als bollwerk gegen den mystizismus, gegen aberglaube und gegen falsch angewandte religion, dort, wo sie keine aufgabe hat.

mit seiner arbeit hat er einem breiten publikum astrophysikalische vorgänge und phänomene verständlich gemacht und begeisterte seine zuschauer und leser mit seiner liebe zur astronomie und den naturwissenschaften. sein schaffen ist vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit NASA-Medaillen für Exceptional Scientific Achievement und Distinguished Public Service und dem NASA Apollo Achievement Award.

die Carl Sagan Stiftung setzt sich weltweit für öffentliche bildung in naturwissenschaften ein, wie sie von ihrem gründer so brilliant betrieben wurde. ihr erstes projekt ist das Carl Sagan Discovery Center im The Children’s Hospital in Montefiore, in der Bronx, New York. es verbindet gesundheitsvorsorge und wissenschaftliche bildung, indem es kinder und deren eltern nicht nur mit wissen über ihre eigene gesundheit versorgt, sondern auch über das universum um sie herum.

Carl Sagans geistiges erbe ist weltweit eine inspiration, nicht allein für astrophysiker, sondern für alle, deren wissensdurst sie stets voran treibt.

Schriftgut I & II

nun steht es also fest! Die Dresdner Literaturner werden am Samstag, den 10. 11. um 18:00 Uhr eine Podiumsdiskussion auf dem Roten Sofa leiten. Thema ist die künstlerische Zusammenarbeit und wie das Internet diese verändert hat.

am Sonntag dann gibt es um 14:00 Uhr eine Lesung, bei der die Autorengruppe Geschichten aus ihrem ersten Erzählband vorträgt.

Seien Sie gespannt und herzlich eingeladen, die erste Dresdner Literaturmesse zu besuchen!