2016 – ein Rückblick

die ersten zwei Wochen sind kaum vergangen, da kann man schon mal ein kleines Resumée ziehen: 2016 hatte einen schlechten Start und wurde danach immer schlimmer.

um nur ein paar Dinge zu nennen, die in den Medien die Runde machten:

  • sexuelle Übergriffe in Köln
  • erneuter Aufmarsch der PEGIDioten; Vandalismus durch Hooligans in Leipzig/Connewitz
  • David Bowie verstorben
  • Bombenanschlag in der Türkei

da noch ein “friedliches neues Jahr” zu wünschen, klingt schon etwas zynisch, oder etwa nicht?
dennoch … ich wünsche Euch allen ein gutes Jahr 2016, Momente der Besinnung, Stunden voll Lachen, Zeit für Familie und Freunde, Liebe, Gesundheit! macht das Beste daraus. bleibt skeptisch. bleibt kreativ. bleibt auf der Suche.

P.S.: in diesem Jahr gibt es die Neujahrsgrußkarten leider mit einiger Verspätung. habt Dank für Eure Nachsicht!

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Aside

scene: lost but found

Looking through all the stuff that piled up over the years, I found this old foto in the attic. It dated back to my grandparents’ wedding.  My grandma looks so happy, my grandfather kinda serious.  I wonder if he already knew they’d break up a couple of years afterwards.

Taking down the stairs to the 2nd floor, an umbrella caught my attention.  A souvenir of my 14th birthday.  I still wonder who’d left it behind.  It’s been a stormy day back then.

I don’t know what made me wandering around the house. It was not like I was looking for something in particular.  And yet, as I entered the living room, my hands magically knew which book to grasp – the favourite book of my youth, The Catcher In The Rye. So many memories came back while I turned the pages to re-read my favourite passages.

Another thing lurked in the living room, obviously waiting to be found by me.  A set of wedding rings- tragically bought in vain.  On the day of the ceremony, my dear friend and her girlfriend died in a car accident.  I couldn’t bring myself to give the rings away that they had entrusted me with.

You might say it’s a house of sorrow. But it’s not.  There was one more thing that I returned to in the hallway. It’s more like a lobby where you can sit and have a drink.  There’s even a little bar.  But the thing I refer to is a piano.
It’s been a while since I layed my hands on it, but the music still flows from them, soothing my mind and washing away all my tears.

Writers Write: An Interview with your Protagonist – and Antagonist

Die Aufgabe des Daily Writing Prompt bestand diesmal aus einem fiktiven Interview, in dem sowohl Protagonist als auch Antagonist darlegen sollten, weshalb sie die perfekte Wahl für ihre Rolle sind. Aus gegebenem Anlass, dem Erscheinen des zweiten Erzählbandes der Dresdener Literaturner, habe ich mich für die Hauptfiguren aus »Das Portrait« entschieden. Marius und Lyndon nahmen sich Zeit, die Frage zu beantworten.


 

So, Marius, what is it that makes you the perfect Protagonist?

M: Well, as an artist there are many problems you have to face: The everyday struggle to live off your work, facing creative crisis, getting along with your irritating flatmate …

L (aside): Spouse, you mean.

M: Shut it! – Just ignore him. He’s the reason why there is so much drama in the first place. He always drives me nuts and up the wall.

L: Last time a wall was involved you didn’t seem to bother.

M: Shut it! – You see? He’s always like this! And I have to deal with his sarcasm every day since we’ve moved together.

L: I am so-not-sorry.

M: Shut it! (Sighs) You see, I was an ordinary student of art who had some minor problems until …

L: I wouldn’t call facing homelessness a minor problem exactly.

M (blushing): Yes, thank you. To be fair, he helped me out when I was in trouble but from then on problems really got started. I mean, look at him! He’s so damn …

L: … attractive? Clever? Irresistible?

M: … sure of himself! And I felt like a …

L: Moth to the flame?

M: … coward for letting him have his way with me.

L: What an interesting choice of words you have. Always so convenient.

M: Shut up!

L: Make me!

Well, that escalated quickly. I think the question why Lyndon is the perfect Antagonist answers itself. Anyway, thank you guys for the interview. Ahm, … guys?


[sentimental epilogue]

L: Now that was fun, wasn’t it?

M: …

L: What? Still angry about the spouse-calling?

M: No. If anything, I have to apologize for calling you simply my flatmate. You do mean much more to me, you know?

L (slightly smiling): I’m aware of that. Besides, I’m not as confident as you think me to be. In the beginning I really was afraid you’d rejected me.

M (perplexed): You were?

L: Yes. It took me quite a while to see through your masquerade. Sometimes I actually was convinced you hated me.

M: I could never hate you. Never. In fact, quite the opposite is true.

L: I’m glad to hear that. Because, you know, the feeling is mutual.


 

falls eine Übersetzung ins Deutsche gewünscht wird, bitte einfach in den Kommentaren anfragen.

Eine neue Geschichte beginnt

… oder besser: Sie ist im Entstehen begriffen. Das Manuskript für den Erzählband »Alles findet sich« durchläuft das Verlagslektorat, da ist die Zeit günstig, sich den Projekten zuzuwenden, die während der Arbeit an den Kurzgeschichten auf der Strecke geblieben sind.

Venedig. Dies ist der Schauplatz des aktuellen Romanmanuskripts, an dem ich gemeinsam mit Co-Autorin Daniela Goldschmidt arbeite. Allzu viel darf ich natürlich noch nicht verraten, aber es sei gesagt, dass auch die Mafia, deren Einflussbereich für gewöhnlich abseits der Lagunenstadt liegt, eine Rolle spielt. Ein Clanmitglied ist ins Visier eines Syndikats von Auftragsmördern geraten, doch der Attentäter hat seine eigenen Methoden, den Auftrag zu erledigen. Wer aber ist der Auftraggeber?

Ein zweiter Handlungsstrang beginnt in Florenz, wo der Alltag eines jungen DJs auf den Kopf gestellt wird, als eines Morgens eine junge Frau an seiner Tür klingelt, die sich als seine Schwester vorstellt. Sie beantwortet ihm die Frage, weshalb seine Eltern ihn vor Jahren im Stich ließen und bittet ihn, gemeinsam mit ihr nach Venedig zu reisen. Doch was ihm dort begegnet, wird sein Leben nachhaltig erschüttern …

wenn diese kurze, sehr kryptische Zusammenfassung nun Eure Neugier geweckt hat, so seid versichert, weitere Updates werden folgen!

:NEWSFLASH: Lesung zur Schriftgut

Salute, liebe Leserschaft!

Lange war es still hier, aber es gibt den Blog noch und ich habe das Schreiben nicht aufgegeben. Im Gegenteil, in den letzten Monaten gab es viel Arbeit für die Dresdner Literaturner, zu denen auch ich gehöre. (nur, falls sich jemand fragt, was es mit dem Blog-Titel auf sich hat … als einzige nehme ich jeden Monat den weiten Weg von L.E. in Sachsens Hauptstadt auf mich 😉 ) Dabei blieb wenig Zeit für andere Projekte.

Nach Monaten des Tüftelns, Schreibwerkelns, Lesens, Gegenlesens und Überarbeitens (und nochmaligem, und nochmaligem …) gibt es endlich die gute Nachricht: Im Frühjahr 2015 erscheint der zweite Erzählband der Dresdner Literaturner »Alles findet sich« beim Dresdner Buchverlag .

Dazu an gegebener Stelle mehr. Um auf die eigentliche Sache dieses Updates zu kommen: Zur 3. Schirftgut Messe (07.11.2014 – 09.11.2014) in Dresden sind die Literaturner mit einem eigenen Stand vertreten und stellen am 08. 11. bereits einige der neuen Texte vor, die sich in ihrer Gänze später im Erzählband nachlesen lassen. Seid also gespannt und freut euch auf einen unterhaltsamen Samstag Nachmittag – gelesen wird ab 14 Uhr im Musikzimmer.

Mit welchen weiteren Veranstaltungen sich der Verein auf der Messe präsentiert, erfahrt ihr auf dessen Homepage unter http://literaturner.de/

Ich hoffe, man sieht sich! 🙂

Dialogue Surprise: Der Geist in unserem Haus

»Da gibt es diesen Geist in unserem Haus.«
»Ach was.«
»Ja! Viele haben ihn schon gesehen!«
»Hat man von Jesus auch behauptet. Traue niemals einem Augenzeugen, wenn du nicht selbst dabei warst.«
»Ja, Jesus, das ist etwas anderes! Aber ich rede nicht von Märchen aus der Bronzezeit, sondern einem richtigen Geist.«
»Ockhams Rasiermesser! Wie wär’s, wenn du das mal nutzt?«
»Du und deine Logik! Kann die vielleicht den Geist erklären?«
»Da gibt es nichts zu erklären. Schon mal von optischen Täuschungen gelesen?«
»Aber ich sage dir, da war ein Geist! Sieben Menschen können sich nicht irren.«
»Und wenn es fünf Milliarden wären, das besagt nur, dass alle derselben Täuschung aufgesessen sind.«
»Und was, wenn ich ihn auch gesehen habe?«
»Dann rate ich dir, entweder die Finger von Halluzinogenen zu lassen, oder dich auf Epilepsie untersuchen zu lassen.«
»Ich höre doch keine Stimmen!«
»Okay, dann vielleicht Schizophrenie. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich irrst, ist größer als irgendwelche Magie, die im Spiel ist.«
»Ockhams Rasiermesser, wie?«
»Na jedenfalls nicht Noethers Theorem
»Vielen Dank. Sonst noch etwas?«
»Ja. Beim nächsten Mal schenke ich dir ein Venn-Diagramm des irrationalen Unsinns in Posterform. Dann siehst du, wieviel Aberglaube noch zwischen dir und Scientology liegt.«

 

AN: Der Text entstand im Rahmen einer Schreibübung. Entstehen sollte ein Dialog zum Thema Hausgeister. Zeitvorgabe: 15 Minuten.

Leipziger Buchmesse – eine Nachbetrachtung

wie jedes Jahr, besuchte ich auch in diesem März die LBM, erstmals an allen vier Tagen. ich traf viele liebe Menschen und sammelte viele schöne Erinnerungen. leider auch eine nicht so schöne, doch dazu später mehr …

der Donnerstag begann zunächst mit einer kleinem Rundgang durch die Hallen – alles noch recht übersichtilich, kein großes Gedränge, verglichen mit den folgenden Tagen. nach einem kleinen Hallo am Stand des Dresdner Buchverlags schaute ich mich, gemeinsam mit einer Freundin, in Halle 4 um und stieß dabei auf einen Anbieter handgefertigter Postkartenmotive – Farbradierungen von Bernd Hauck, deren Originale er ebenfalls zum Kauf anbot. seine Motive zeichnen sich durch eine dichte Atmosphäre und viel Liebe zum Detail aus. Zudem wartete jede Karte auf der Rückseite mit einem ausgewählten Gedicht oder passendem Aphorismus auf. (unter Hauck-art.de findet der geneigte Leser eine Auswahl) Als Eulenliebhaberin habe ich mich letztlich für die “Eulenweisheit” entschieden, nicht zuletzt, weil der geheimnisvollen Eule ein Gedicht von Charles Baudelaire beigefügt war.

Freitag hatte ich Gelegenheit, Vince Ebert live auf der Bühne zu sehen. nach einer unterhaltsamen halben Stunde ging es dann auch weiter zur Antiquariatsmeile – alte Bücher sind überhaupt das Schönste, doch leider ist nie genug Platz in der Wohnung, um all die Kleinode unterzubringen. So hat letztlich ein Gedichtband von Hermann Hesse aus der Insel-Bücherei und der Roman “Reißt die Knospen ab” von Kenzaburô Ôe, auf Empfehlung einer lieben Freundin, den Weg in mein Regal gefunden.

Nach den ersten Fachvorträgen vom Donnerstag und Freitag kam ich am Samstag erstmals dazu, einige Lesungen zu besuchen. Es blieb bei den zwei Lesungen von Holly Loose, der aus dem Folgeband der “Weißen Geschichten” vorlas, und Dirk Berneman, der unter anderem eine zeitgenössische Max und Moritz Adaption vortrug.
anschließend gab es noch einmal einen Abstecher in Halle 1, die gänzlich der Manga- und Comic Convention gewidmet war. Dort kaufte ich mir dann auch den Trafalgar-Hut, den ich mir schon am Donnerstag ausgesucht hatte. (leider währte das Glück nicht lange, da ich ihn schon am Sonntag wieder verlor – fragt nicht, wie! sein Verlust fiel mir nach einem Fachvortrag am Sonntag Nachmittag auf, aber leider hat ihn wohl jemand mitgenommen und nicht im Fundbüro abgegeben.)

Sonntag erreichte ich das Messegelände erst am frühen Nachmittag – das Wetter war teilweise so stürmisch, dass ich überlegte, ganz zu Hause zu bleiben. angesichts des Verlusts meines Huts wäre das wohl auch besser gewesen … davon ab, habe ich noch einiges über die neue Autorenwelt von Sandra Uschtrin erfahren, die seit kurzem online ist und Autoren und anderen im Literaturbetrieb Tätigen einen Ort zum Vernetzen bietet. als Autor hat man dort die Möglichkeit, Lektoren und Veranstalter zu finden, sowie, in einem weiteren Schritt, seine Bücher direkt zu verkaufen. bisher ist die Seite noch in ihrer Beta-Phase, doch man darf gespannt sein.

leider gab es auch in diesem Jahr wieder einige Veranstaltungen, die ich aus Zeitmangel einfach nicht mitnehmen konnte, obwohl ich sie gern besucht hätte. aber es war sicher nicht die letzte Buchmesse und so freue ich mich schon auf das kommende Jahr und ein vielfältiges Programm.

Zunächst aber steht im November die Schriftgutmesse in Dresden an, doch dazu später mehr.

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