Dialogue Surprise: Der Geist in unserem Haus

»Da gibt es diesen Geist in unserem Haus.«
»Ach was.«
»Ja! Viele haben ihn schon gesehen!«
»Hat man von Jesus auch behauptet. Traue niemals einem Augenzeugen, wenn du nicht selbst dabei warst.«
»Ja, Jesus, das ist etwas anderes! Aber ich rede nicht von Märchen aus der Bronzezeit, sondern einem richtigen Geist.«
»Ockhams Rasiermesser! Wie wär’s, wenn du das mal nutzt?«
»Du und deine Logik! Kann die vielleicht den Geist erklären?«
»Da gibt es nichts zu erklären. Schon mal von optischen Täuschungen gelesen?«
»Aber ich sage dir, da war ein Geist! Sieben Menschen können sich nicht irren.«
»Und wenn es fünf Milliarden wären, das besagt nur, dass alle derselben Täuschung aufgesessen sind.«
»Und was, wenn ich ihn auch gesehen habe?«
»Dann rate ich dir, entweder die Finger von Halluzinogenen zu lassen, oder dich auf Epilepsie untersuchen zu lassen.«
»Ich höre doch keine Stimmen!«
»Okay, dann vielleicht Schizophrenie. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich irrst, ist größer als irgendwelche Magie, die im Spiel ist.«
»Ockhams Rasiermesser, wie?«
»Na jedenfalls nicht Noethers Theorem
»Vielen Dank. Sonst noch etwas?«
»Ja. Beim nächsten Mal schenke ich dir ein Venn-Diagramm des irrationalen Unsinns in Posterform. Dann siehst du, wieviel Aberglaube noch zwischen dir und Scientology liegt.«

 

AN: Der Text entstand im Rahmen einer Schreibübung. Entstehen sollte ein Dialog zum Thema Hausgeister. Zeitvorgabe: 15 Minuten.

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